Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Die Hufformen
Die Form des Hufes wird von der Form des Hufbeines bestimmt; sie ist individuell von der Rasse, dem Gewicht, dem Körperbau und der Größe des Pferdes sowie den Bodenverhältnissen abhängig. Die Art der Nutzung, die Gesundheit und die Haltungsbedingungen (ausreichend Bewegung, Bodenverhältnisse) sind für die Hufform ebenfalls von Bedeutung.
Zwischen der Hufform, der Gliedmaßenstellung und der Gliedmaßenführung besteht ein Zusammenhang und damit auch eine Abhängigkeit. Eine regelmäßig gestellte Gliedmaße belastet die Zehengelenke gleichmäßig und verteilt die Körperlast auf alle Hufabschnitte gleich. Veränderungen der Gliedmaßenstellung, der Gliedmaßenführung, der Belastung des Hufes oder unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten ändern die Verhältnisse, worauf der Huf sich durch Formveränderungen anpasst. Wird ein Pferd z.B. mit einem nicht passenden Sattel geritten, kommt es zu Muskelverspannungen und –atrophien. Das Pferd verändert die Gliedmaßenführung, es geht boden- und zeheneng, was zu einer Verformung der Hufkapsel führt.
Andererseits kann eine Formveränderung des Hufes (z.B. durch fehlerhafte Hufbearbeitung/ fehlerhaften Hufbeschlag) eine Veränderung der Gliedmaßenstellung und/oder der Gliedmaßenführung bewirken, da der „sensorische Input“ verändert wird. Der Körper des Pferdes reagiert auf kleinste Veränderungen seiner Balance durch verlängern oder verkürzen der Muskeln; über eine Feinabstimmung der Muskulatur in Ruhe und in der Bewegung werden eventuelle Fehlbelastungen der Gelenke/Gliedmaße kompensiert.
Zu starke oder zu geringe Belastungsverhältnisse durch die einwirkende Körperlast haben einen großen Einfluss auf die Form des Hufes. Stärker belastete Wandabschnitte stehen kurz und steil, da sie durch den vermehrten Druck langsamer wachsen, während weniger belastete Wandabschnitte länger sind und sich schräg richten. Eine zu stark belastete Zehenwand wird steiler, nutzt sich zu stark ab und es entsteht ein stumpfer Huf, während überlastete und/oder überlange Trachtenwände sich schräg nach vorne biegen und unterschieben.
Die Größe des Hufes sollte proportional zu der Größe des Pferds sein. Kleine Hufe sind oftmals zu schwach für das Körpergewicht des Pferdes. Eine deformierte und/oder vernachlässigte Hufkapsel stellt eine Prädisposition für Fehlbelastungen, Lahmheiten und Krankheiten dar.


Der Vorderhuf
weist meist eine runde Form auf und besitzt eine mäßig konkav gewölbte Sohle.

Der Hinterhuf
ist länglich, oval bis spitzförmig (eiförmig) und die Sohle ist stärker gewölbt als am Vorderhuf. Der Strahl ist meist etwas ausgeprägter.

Der regelmäßige Huf verläuft in einem gleichmäßigen Bogen des Tragrandes von der Zehenwand bis zur Trachtenwand und kann in eine mediale und laterale gleichgroße Hufhälfte eingeteilt werden, wobei die äußere Hufhälfte minimal weiter ist als die Innere. Die Körperlast wird gleichmäßig auf den ganzen Huf verteilt. Das Pferd rollt über die Zehenspitze ab und die Hufwände werden gleichmäßig abgenutzt. Die Hornwand verläuft vom Kronrand bis zum Tragrand in gestreckter gerader Richtung und zeigt weder Ausbuchtungen noch Einziehungen; die Seitenwände sind in ihrer Höhe identisch. Die innere Seitenwand ist meist minimal steiler als die Äußere. Der Strahl ist breit und kräftig ausgebildet, die mittlere und seitliche Strahlfurchen sind offen. Die Eckstrebenwände verlaufen gerade vom Eckstrebenwinkel nach vorne bis zur weitesten Stelle des Hufes. Die Hornballen sind kräftig, gleichmäßig rund und liegen auf gleicher Höhe. Die Hufknorpel sind elastisch.


Der regelmäßig weite Huf kann eine Rasseeigenschaft (schwere Rassen) und/oder durch die Bodenverhältnisse (weich bis morastig) bedingt sein. Er ist niedriger als der normale Huf und die Zehen- und Seitenwände verlaufen flach. Das Wandhorn besitzt einen hohen Anteil an Zwischenhorn und ist meist weicher als bei normalen Hufen. Die Sohle ist meist gering gewölbt, der Strahl ist breit und kräftig entwickelt. Bei manchen Rassen ist der weite Huf breiter als lang. Diese Hufform neigt zu losen und hohlen Wänden und zur Ausbildung von flachen Zehen und Wänden.



Der regelmäßig enge Huf bildet sich oftmals durch Bewegungsmangel und/oder harte Böden und ist zum Teil auch rassebedingt (Spanier, Araber). Er ist höher als der normale Huf, die Seitenwände stehen recht steil. Der Tragrand ist länglich rund, mehr eiförmig. Die Eckstreben sind stark ausgeprägt und die Eckstrebenwände stehen recht steil. Die Sohle ist stark aufgewölbt, der Strahl ist verhältnismäßig schwach ausgeprägt. Das Wandhorn besitzt einen geringen Anteil an Zwischenhorn und ist daher recht hart und zäh. Der enge Huf neigt zu einer stumpfen Form und zur Zwanghufbildung.



Unregelmäßige Hufformen

Der halbeng-halbweite Huf kann als physiologischer Schiefhuf an der Vorder- und Hintergliedmaße vorkommen. Die Hufhälften sind asymmetrisch ausgeprägt, die dem Körperschwerpunkt nähere Seite wird vermehrt belastet und ist daher enger als die gegenüberliegende weniger belastete Hufhälfte. Die mehrbelastete Seite weist die Merkmale des engen Hufes und die weniger belastete Seite die Merkmale des weiten Hufes auf. Die Wand der weiten Hälfte ist länger und schräger, die Sohle ist flacher gewölbt, während die Wand der engeren Hälfte kürzer ist und steiler steht, wodurch die Sohle stärker aufgewölbt ist.

Der Diagonalhuf zeichnet sich dadurch aus, dass die sich diagonal gegenüberliegenden Wandabschnitte gleich ausgebildet sind. Der steilstehenden Trachtenwand liegt diagonal eine steilstehende Zehenwand und der flachen Trachtenwand liegt diagonal eine flache Zehenwand gegenüber. Der Tragrand der engen Trachten- und Zehenwand beschreibt einen engen Bogen, während der Tragrand der weiten Trachten- und Zehenwand einen weiten Bogen beschreibt. Diese Hufform entsteht, wenn entweder die innere oder die äußere Trachtenwand stark belastet wird.


Der krumme Huf ist eine erworbene Hufform und entsteht hauptsächlich durch permanentes Überziehen der Ausschneideperiode oder durch fehlerhafte Hufzubereitung (eine Seitenwand wird höher gelassen). Die Seitenwände verlaufen nicht gerade, sondern die mehrbelastete Seite ist konvex nach innen, die weniger belastete konkav nach außen gebogen. Der konvexe Tragrand kann sich einrollen und die Eckstreben sowie den Strahl teilweise verdecken. Die Deformation entsteht durch die höhere Seiten- oder Trachtenwand, die sich nach außen wölbt. Die dadurch stärker belastete gegenüberliegende Wand kippt irgendwann nach innen.


Das Hufbein ändert irgendwann auf Grund der ständig einwirkenden unphysiologischen Druckverhältnisse ebenfalls seine Form; es kommt zum Knochenabbau der mehrbelasteten eingezogenen Seite und des Fortsatzes. Die Überlastung des Hufbeinträgers durch die weghebelnde Wand führt zu Knochenzubildungen auf der weniger belasteten Hufbeinwand. Die Gelenkfläche des Hufgelenks baut sich ebenfalls durch den ungleichen Druck des Kronbeins um. Es können hohle und lose Wände sowie Hornspalten auftreten.


Der spitze Huf zeigt eine lange Zehenwand und niedrige Seiten- und Trachtenwände. Die Spitze des Strahls reicht weit in die Sohle hinein. Meist entsteht er durch kürzen der Zehe in die Sohlenschwiele, durch stehenlassen der untergeschobenen Trachten und wenn es versäumt wird, den Abrollpunkt des Hufes richtig zu platzieren. Bei einem spitzen Huf kommt es zu einer vermehrten Belastung der Trachtenwände, welche entweder nach außen driften oder sich unterschieben und evtl. sogar einrollen. Die lange Zehe erschwert das Abrollen; es kommt zu unphysiologischen Belastungen des Hufbeinträgers, Strahlbeins, der tiefen Beugesehne und der Zehengelenke.

Der stumpfe Huf besitzt eine steile Zehenwand; die Zehe ist kurz und die Trachten im Verhältnis dazu zu hoch. Die Sohle ist stark gewölbt, der Strahl meist schwach, die Eckstreben meist stark ausgebildet. Die vordere Hufhälfte erfährt eine Mehrbelastung und das steilstehende Hufbein des stumpfen Hufes nimmt beim Fußen einen großen Teil der Körperlast auf. Der stumpfe Huf tritt meist bei lang und weich gefesselten Gliedmaßen auf, die dann zur Bärentatzigkeit neigen, da bei der Hufbearbeitung meist die Trachten stehengelassen werden.



Der Bockhuf hat einen Winkel von 60° und darüber. Die Zehenwand steht sehr steil und die Trachtenwände sind im Verhältnis zur Zehenwand viel zu hoch. Die Trachtenwände können sogar höher als die Zehenwände sei, so dass der Kronrand waagrecht oder sogar zu den Trachten hin ansteigend verläuft. Beim hochgradigen Bockhuf kann sich die Zehenwand konkav oder konvex verbiegen. Die Trachten haben normalerweise Bodenkontakt, beim hochgradig (90°-Winkel) ausgebildeten Bockhuf kommt es vor, dass die Trachten den Boden nicht berühren. Der Strahl liegt tief zwischen den stark ausgeprägten und hohen Eckstreben. Das Hufgelenk wird abgewinkelt und der Huf belastet überwiegend die Zehenwand. Der Bockhuf kann an den Vorder- wie an den Hintergliedmaßen vorkommen, manchmal tritt er an nur einer Gliedmaße auf. Der Bockhuf gehört meist zu einer bärentatzigen Gliedmaßenstellung und entwickelt sich oft aus einem stumpfen Huf. Genetische Einflüsse begünstigen die Bildung eines Bockhufes. Ein angeborener Bockhuf ist nur schwer korrigierbar, während bei einem erworbenen Bockhuf Aussicht auf Heilung besteht.

Der Bockhuf bei Fohlen resultiert meist aus einer fehlerhaften Aufzucht bei eiweiß- und energiereicher Fütterung. Die Überfütterung führt zu schnellem Wachstum der Gliedmaßenknochen, dem das Wachstum der Beugesehnen nicht mithalten kann. Es kommt über den Sehnenstelzfuß zum Bockhuf. Das Fesselgelenk kann nicht mehr genügend durchgetreten werden und die Zehenknochen nehmen dadurch eine steile Stellung ein. Das Hufbein drückt die Kronlederhaut in die Kronrinne der Zehenwand. Die Lederhautzöttchen des Kronwulstes werden durch die Kompression schwächer durchblutet und damit fehlernährt; es bildet sich nur eine dünne Schutzschicht aus, dass Horn nutzt sich schneller ab. Die Hornröhrchen ändern ihre Richtung und sorgen für ein steiles Wachstum der Zehenwand. Das Horn der Seiten- und Trachtenwand wächst schneller als die stark belastete und in ihrer Hornqualität geminderte Zehenwand. Durch die Steilstellung der Zehenknochen entstehen Veränderungen an den Bändern, Sehnen und der Muskulatur der Gliedmaßen
Ein Übermäßiges Kürzen der Zehe und ein stehenlassen der Trachten gerade bei lang und weich gefesselten Fohlen verursacht ebenfalls den Bockhuf. Die Fohlen treten durch die fehlerhafte Hufbearbeitung im Fesselgelenk ungenügend durch und die Zehenknochen stellen sich dadurch steil. Auf harten Weideböden kommt es zu einem übermäßigen Abrieb der Zehenwand, die Hufkorrektur wird meist versäumt oder verläuft fehlerhaft. Auch Fohlen, die in der Box mit tiefer Einstreu aufwachsen müssen, bilden durch das Eindrücken und damit steilstellen der Zehe in der tiefen Einstreu und dem dadurch verursachten starken Wachstum der Trachten (Abrieb fehlt) Bockhufe aus.


Der geringgradige Bockhuf verfügt über eine Winkel von 60-70°. Die Trachten haben Bodenberührung. Der mittelgradige Bockhuf besitzt eine steile bis konkav verbogene Zehenwand bei einem Winkel von 70-90°. Der Winkel des hochgradigen Bockhufes beträgt 90° und mehr. Die Zehenwand wird stark belastet, sie steht senkrecht oder ist konvex in Richtung des Bodens verbogen. Die Trachten haben keinen Bodenkontakt und schweben.

Ein Bockhuf kann sich im Verlauf von einigen Tagen bis mehrerer Wochen ausbilden. Je länger er besteht, umso länger braucht die Rehabilitation des Pferdekörpers. Beim Bockhuf wird die vordere Hufhälfte und der Hufbeinträger an der Zehe stark belastet. Es kommt zu Problemen am Fesselringband und der Fesselplatte. Das Hufbein rotiert und stellt sich auf die Spitze. Es kommt zu hutkrempenartigen Aufbiegungen des Hufbeins bis hin zur Rückbildung der Hufbeinspitze und des Hufbeins.

Der flache Huf besitzt schräge Wände und niedrige Trachten, die meist untergeschoben sind. Er besitzt eine geringe Sohlenwölbung und einen Strahl, der zwar groß und kräftig ausgebildet ist, aber recht hornarm. Bei schweren Pferderassen ist er meist physiologisch. Er besitzt viel Zwischenhorn und ist deshalb weich. Er kann sich zum krankhaften Flachhuf ausbilden.


Die Sohle des Flachhufes (Platthuf) ist flach und hornarm; sie bildet eine Ebene mit dem Tragrand. Die Aufwölbung der Sohle fehlt.

Der Flachhuf kann auf morastigen feuchten Weiden entstehen. Meist kommt er von einer permanenten Überlastung des Hufes, die durch das ständige ausschneiden der Sohle und der tragenden Stützpfeiler des Hufes (Eckstreben, Eckstrebenwände, mittlere Strahlfurche)sowie der Ausdünnung der schräg stehenden Wände verursacht wird. Es kommt dabei zu einer Schwächung der Sohlen- und Wandverbindung und in Folge dessen zu einer Hufbeinsenkung. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen sowie zu ernährungsbedingten Störungen der Hornbildung. Das Horn ist von minderwertiger Beschaffenheit, die Hornwand und Sohle sind nachgiebig und dünn.


Der Vollhuf besitzt eine weite Hufform, dessen dünne Sohle sich nach unten vorwölbt und über den Tragrand übersteht. Beim halben Vollhuf ist eine Sohlenhälfte nach unten vorgewölbt, beim ganzen Vollhuf steht die gesamte Sohle (Sohlenkörper und Sohlenschenkel) über den Tragrand hervor.

Das Hufbein ist abgesunken und verursacht einen permanenten Druck auf die Lederhaut. In der Folge wird das Sohlenhorn vermindert produziert. Der Hufbeinträger ist sehr instabil. Die Zehenwand verläuft meist konkav, die Trachtenwände verbiegen sich nach außen. Neben der dünnen Hornsohle, welches den Tragrand überragt, besitzt der Vollhuf lose Wände, untergeschobene Trachten und übergelegte Eckstrebenwände. Die dünne Hornsohle und der Strahl tragen das Gewicht des Pferdes, welches mit aufgekrümmtem Rücken dasteht und versucht, das Gewicht zu verlagern.
Es kommt zu Verformungen des Hufbeins; die Hufbeinwölbung wird zunächst an der Bodenfläche des Hufbeins platt, dann wölbt sie sich langsam leicht konvex vor. Ein dermaßen umgestaltetes Hufbein und die Hufform sind meist irreversibel.


Die Zwanghufe besitzen eine bestimmte Verengung der Hornkapsel. Man unterscheidet den Trachtenzwanghuf, Kronenzwanghuf, Sohlenzwanghuf und den Tragrandzwanghuf. Alle Zwangsituationen können mehr oder weniger stark ausgeprägt sein und in allen Kombinationen vorkommen.

Der Trachten(Eckstreben)zwanghuf besitzt untergeschobene, umgeklappte oder eingerollte Trachten- und Eckstrebenwände. Der Trachtenwinkel ist deutlich flacher und schräger als der Zehenwandwinkel. Bei der Entstehung des Trachtenzwanghufes verläuft die Zehenwand nicht mehr parallel mit der Trachtenwand. Die Trachtenwände stehen schräg und schieben sich unter den Huf. Die Hornröhrchen der Trachten werden schräg nach vorne gedrückt und verlaufen nicht mehr parallel zu den Zehenwandröhrchen, was dazu führt, dass die Trachtenwände noch flacher wachsen Es kommt zu Quetschungen der Sohlenlederhaut durch die eingerollten Trachten.


Der Hufmechanismus wird eingeschränkt. Mit fortschreitender Fehlbelastung senken sich die Ballen. Die Ballenfurche wird gequetscht und die Ballen liegen nicht mehr weit auseinander (Ballenzwang). Der Strahl und das Hufkissen atrophieren, die Eckstreben legen sich über die Sohle und die Trachten-Eckstrebenwinkel nähern sich einander, bis sie eine sogenannte „Zange“ bilden. Die hintere Hufhälfte verengt sich, die Strahlfurchen werden eng und tief.

Vorder- und Hinterhufe können gleichermaßen betroffen sein. Es gibt den beidseitigen (totalen) Trachtenzwanghuf und den einseitigen (halben) Trachtenzwanghuf. Der Trachtenzwang kann nur im Ballenbereich vorliegen oder er betrifft zusätzlich die Seiten- und Trachtenwände. Beginnt er bereits vor der weitesten Stelle des Hufes, ist davon auszugehen, dass sich der Hufbeinast zurückgebaut hat.
Bei der falsch verstandenen Hufbearbeitung werden gerade bei einem flachen Zehenwandwinkel die schräg nach vorne wachsenden Trachten stehengelassen. Diese biegen sich dann infolge der Überlastung nach innen und vorne um. Ein zurückgeschnittener oder durch Strahlfäule atrophierter Strahl ohne Bodenkontakt begünstigt ebenfalls die Ausbildung eines Trachtenzwanghufes.
Auch bei Hufen mit einer übermäßig langen Zehenwand und kurzen Trachten, die durch übermäßig lange Beschlagsperioden und fehlerhafte Hufbearbeitung entstehen, wird das Gewicht der Körperlast auf den hinteren Hufteil verlagert und die Trachten biegen sich unter der Last um.
Ausschließliche Stallhaltung auf weicher tiefer Einstreu führen ebenfalls zu Zwanghufen. Mangelnde Bewegung des Fohlens bereits in den ersten Lebenstagen bei weicher tiefer Einstreu verhindert die Ausbildung eines gesunden Hufes und führt zu einem schwer korrigierbaren Zwanghuf des erwachsenen Pferdes, da sich das Hufbein nicht vollständig ausbilden kann.
Fehlerhafter Hufbeschlag (zu eng, zu kurz) führen ebenfalls zum Zwanghuf; ebenso Beschlag vor dem fünften Lebensjahr, da der Hufbeinknochen sich bis dahin im Wachstum befindet.

Beim Kronenzwanghuf tritt unter dem Kronrand eine Einschnürung der Hornwand auf, die zu einer konkaven Verformung der betroffenen Hufwand führt. Der Kronranddurchmesser ist weiter als die Horneinschnürung. Manchmal ist nur die mehrbelastete Wand sanduhrförmig eingeschnürt. Es kann zu Quetschungen der Lederhaut kommen. Ein Pferd mit einem Kronenzwanghuf geht meist klamm und steif.

Beim Sohlenzwanghuf ist die Sohle stark aufgewölbt. Wenn der Huf zu lang (vernachlässigt) ist, ist der Hufmechanismus lahmgelegt und die Hebelwirkungen der langen Seiten-, Trachten- und Eckstrebenwände drücken die Sohle nach oben. Dies kommt regelmäßig beim beschlagenen Huf vor. Der Zwang entsteht, wenn die Sohle immer mehr nach oben gedrückt wird. Dabei steht die gesamte Sohlenlederhaut oder ein Teil davon unter unphysiologischen Druckverhältnissen.

Der Sohlenzwanghuf entsteht meist beim Beschlagenen Huf, durch fehlerhafte Hufbearbeitung (kürzen in Zehe, Trachten- und Eckstreben stehenlassen) und überziehen der Ausschneideperioden.


Der Tragrand des Tragrandzwanghufes ist deutlich enger als der Kronrand. Die Seiten- und Trachtenwände stehen steil und neigen sich nach innen. Beim neugeborenen Fohlen ist der Huf am Tragrand physiologisch enger als am Kronrand. Durch Bewegung und damit Belastung des Hufes bildet sich der schmale Fohlenhuf in die typische kegelförmige Hufform aus. Fehlt die Bewegung vor allem auf ausreichend harten Böden, bleibt die als pathologisch anzusehende verkehrt kegelförmige Hufform (Tragrand schmäler als Kronrand) beibehalten. Die inneren Stukturen der Hufkapsel werden bei dieser Hufform eingezwängt und verändern sich krankhaft. Hufe mit einer starken Hufknorpelverknöcherung können die verkehrt kegelförmige Gestalt des Trangrandzwanghufes annehmen.


©Manu Volk


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