Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Hufschuhe
Temporärer Hufschutz
Als temporärer Hufschutz stellen Hufschuhe eine nahezu ideale Lösung dar.

Sie können bei Bedarf bei längeren Ausritten, Tages-, Wander-, und Distanzritten bei unterschiedlichsten Bodenverhältnissen eingesetzt werden. Dem Pferd bleiben die Vorteile des Barhuflaufens voll erhalten und durch den flexiblen Einsatz von Hufschuhen bleibt auch das Verhältnis von Wachstum und Abrieb im Gleichgewicht. Hufkorrekturen können bei Bedarf in kürzeren Abständen vorgenommen werden, was gerade bei Umformungs- und Problemhufen von Vorteil ist.


Vor Allem zur Unterstützung bei der Umstellung von Beschlag auf Barhuf leisten Hufschuhe hervorragende Dienste, denn das Pferd kann während der Umstellungsphase geritten und trainiert werden. Denn nach Beschlagabnahme gehen viele Pferde für eine kurze Phase „fühlig“, da sie nun den Boden wieder wahrnehmen können und die Hufkapsel anfängt, sich wieder zu rehabilitieren. Gerade in dieser Übergangszeit ist der Einsatz eines temporären Hufschutzes lohnenswert für Pferd und Reiter

Zudem braucht der/die Reiterin sich keine Gedanken über evtl. steinigen Untergrund machen und das Ausweichen auf weicheres Geläuf ist nicht mehr nötig.
Die regelmäßigen Kosten für einen Beschlag entfallen – selbst mit den erst mal als hoch eingeschätzten Anschaffungskosten für qualitativ gute Hufschuhe werden die Kosten für die Hufpflege des Pferdes auf Dauer günstiger sein. Hufschuhe sind allerdings nur für Pferdebesitzer geeignet, die das Interesse und Engagement besitzen, sich das nötige Know-how für Hufschuhen anzueignen.
Dank neuerer Materialien und technischer Weiterentwicklungen haben moderne Hersteller die Mühen und Kosten nicht gescheut, dem Pferdebesitzer einfach zu handhabende Hufschuhe zu präsentieren. Der Umgang mit den neuentwickelten Hufschuh-Modellen der letzten Jahre ist selbst für einen absoluten Hufschuhlaien recht schnell zu erlernen. Gummihammer, Luftpumpen und aufwendige Verschnallungen und Verschlüsse sind größtenteils überflüssig geworden.

Gut angepasste Hufschuhe halten so gut wie ein genagelter Hufschutz. Sie scheuern nicht und sollten auf den Bewegungsablauf des Pferdes keinen oder höchstens nur einen geringen Einfluss haben.
Vielen Pferdebesitzern ist leider nicht bewusst, welch negative Auswirkungen ein falsch gewählter oder falsch angepasster Hufschuh auf das Laufverhalten seines Pferdes haben kann. Die Anpassung sollte daher nach Möglichkeit von einem Hufexperten übernommen/unterstützt werden. Wer ohne ausreichendes Wissen an oder mit Hufschuhen experimentiert, fügt seinem Pferd eventuell Schaden zu.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Hufschuhmodelle, so dass für fast jeden Huf und jede Hufform ein Hufschuh gefunden werden kann. So sollte die Anpassung mit Heißluftfön, aufschneiden der Schuhschalen, einnieten von Postermaterialien und dergleichen überflüssig sein.

Vorteile von Hufschuhen
- temporärer vielseitiger Einsatz
- Erhaltung des Barhufes
- Stoßdämpfung
- geringes Gewicht
- optimaler Schutz der Sohle
- guter Grip
- Langlebigkeit
- Kostenersparnis
- Verschleißteile können meist ausgetauscht werden
- für viele Reit- und Fahrweisen geeignet
- geringere Abhängigkeit vom Hufexperten wie bei Beschlag
- Gefühl für den Boden bleibt halbwegs erhalten (Tastsinn)
Nachteile von Hufschuhen
- bei fehlerhafter Anpassung „Verlust“
- „teure“ Anschaffungskosten
- manche Modelle rutschig bei Schnee (Nachrüstung mit Stollen und Stiften bei vielen Modellen möglich)
- manche Modelle etwas schwierig im Handling
- periphere Landung fast gleich wie bei Eisen
- Huf wird bei manchen Modellen eingezwängt
- geringfügige bis hochgradige Veränderung/Einschränkung der Biomechanik des Hufes/ der Gliedmaße

„Hufschuh-passend-basteln“ und „Neubesohlen“ ist etwas, dem ich sehr kritisch gegenüberstehe, denn diejenigen, die dies heute noch propagieren, sind sich scheinbar nicht im Klaren, welchen Schaden man damit unter Umständen am Huf und damit am Pferd anrichten kann.
Absolute Priorität haben auf jeden Fall eine gute Passform, da sollte nichts zwängen und einengen, und das Laufverhalten des Pferdes mit dem Hufschuh ist ebenfalls wichtig. Gerade Hufschuhe mit einer hohen/dicken Sohle haben einen negativen Einfluss auf den Bewegungsablauf der Pferde und führen zu einer verstärkten Belastung des Sehnen- und Bandapparates.
Hufschuhe, die mit Hilfe eines Trachtenbandes, das mittels Zugseil und Spannverschluss, am Huf „verschnallt“ wird, üben einen starken Druck auf den Trachten- und Ballenbereich des Hufes aus, was verstärkt zu einem Zwanghuf und untergeschobenen Trachten führen kann.
EasyBoot, der über ein Trachtenband mittels Zugseil und starker Spannung am Huf gehalten wird, was zu einem starken Druck auf die Trachten führt.


Genauso verhält es sich mit der veralteten Angewohnheit, Hufschuhe mit einem Kunststoffbeschlag „neu besohlen“ zu lassen. Die Hufschuhe werden dadurch übermäßig schwer und der Hufschuh mit mutierter Plateausohle hat eine sehr negative Auswirkung auf das Gangbild des Pferdes. Kein/e Reiter/in würde mit solchermaßen besohlten Klotz am Bein herumlaufen, geschweige denn sich damit sportlich betätigen wollen.
Wer Material in das Schuhinnere einnietet, weil das gewünschte Modell nicht passt, sollte doch bitte bedenken, dass die Auflagefläche der Schuhsohle der Auflagefläche des Tragrandes des Hufes einigermaßen entsprechen sollte. Wer also einen zu großen, der Form des Hufes nicht entsprechenden Hufschuh passend bastelt, nimmt Fehlbelastungen der Gliedmaße und Gangbildveränderungen in Kauf.
Auch wer immer noch zum Fön greift und behauptet, man kann den jeweiligen angepriesenen Hufschuh mittels erwärmen „passend formen“, nun, der sollte endlich einsehen, dass ein sehr eng sitzender Hufschuh den Hufmechanismus einschränkt. Meist kommt es dabei zu starken Materialzwängen, die auf die Hufkapsel übertragen werden und wer möchte schon mit einem „dückenden“ Schuh herumlaufen.
Die größte Unsitte ist für mich nach wie vor, die Hufschuhschale an der Zehe aufzuschneiden, damit der Huf (meist mit extrem untergeschobenen Trachten und langer Zehe und damit einer sehr ovalen Form) „in den Schuh“ passt. Ein Hufschuh, der im Zehenbereich „aufgeschnitten“ wird, damit die „zu lange Zehe“ hineinpasst, erzeugt einen sehr starken Zwang auf den hinteren Bereich des Hufes. Abgesehen davon, dass die Pferde wegen eines zu kleinen Schuhes klemmig laufen, wird auf den bereits schon überlasteten hinteren Hufbereich ein verstärkter Druck ausgeübt – Resultat: die Trachte schiebt weiter unter und der Zwanghuf verschlimmert sich. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, dass an seinen eigenen Schuhen zu machen, denn jedem wäre sofort klar, dass ein Schuh, der „zu kurz“ ist, einfach nicht passt und wenn man ihn aufschneidet, der Schuh dann an einigen anderen Stellen drückt. Also bitte: erst nachdenken und dann handeln.

Hufschuh am rechten Huf (links im Bild) an der Zehe aufgeschnitten, damit die Zehe und damit der Huf besser in den Schuh rutscht, was zu einem starken Druck und Zwang auf den Ballen-und Trachtenbereich führt.



Leider gibt es immer mehr profilierungssüchtige, die mit ihren mittelalterlichen Ratschlägen bezüglich Hufschuhen gnadenlos (ohne nachzudenken oder aus wirtschaftlichen Gründen) ihren „Wissensschatz“ verbreiten. Es ist erschreckend, wie viele Pferdebesitzer plötzlich zu Huf(schuh)experten mutieren und solange am Hufschuh rumschnippeln, schrauben und/oder föhnen, bis das Ding am Huf bleibt. Welche Auswirkungen dies oft auf die Hufgesundheit und die Gesundheit des Pferdes haben, darüber macht sich keiner Gedanken.


Je größer das Wissen um die Zusammenhänge wurde, umso kleiner wurde für mich die Anzahl der Hufschuhe auf dem Markt, die ich „ans Pferd bringen“ würde. Um ehrlich zu sein, beschränkt es sich derzeit auf ein Modell. Viele Hufschuhmodelle, die ich früher benutzt und über die ich auch Testberichte veröffentlich habe, würde ich mit meinem heutigen Wissen nicht mehr verwenden. So ist das, wenn man sich stetig weiter entwickelt. Und ich habe auch den Mut, dazu zu stehen und zu sagen: ich wusste es damals nicht besser.
Aus verschiedenen Gründen habe ich mich bewusst aus der Hufschuhszene zurückgezogen und nehme deshalb auch keine Hufschuhanpassungen und -beratungen mehr vor.

eine kleine Auswahl der Hufschuhe, die Gharim und ich während unserer aktiven Zeiten als Testreiter in Gebrauch hatten. Gharim hatte zu unseren besten Zeiten deutlich mehr Schuhe als ich.



©Manu Volk


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