Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
Sie sind hier:
Hufschutz -> alternativer Hufschutz
Alternativer Hufschutz
Kunststoff-, Aluminium-, Kombinations- und Klebebeschläge
Inzwischen bieten viele verschiedene Hersteller vielfältige Alternativen zum Eisenbeschlag an. Es gibt Kunststoff-, Aluminium-, Kombinations- und Klebebeschläge - und jeder davon hat wie der Eisenbeschlag seine Vor- und Nachteile. Als Pferdebesitzer muss man sich bewusst sein, dass ein alternativer Hufbeschlag manchmal mehr negative Auswirkungen auf den Huf und die Gliedmaßengesundheit hat als ein Eisenbeschlag. Oftmals werden bei alternativen Hufbeschlägen die Vorteile wie z.B. eine verbesserte Stoßdämfpung oder eine angeblich vorhandene Strahlunterstützung hervorgehoben, die schädigenden Einflüsse, die der alternative Beschlag besitzt, aber heruntergespielt (wenn sie überhaupt wahrgenommen werden). Trotz moderner Werkstoffe muss man sich im Klaren sein, dass auch mit einem permanent angebrachten alternativen Hufschutz die natürliche Funktionalität des Hufes nicht mehr gegeben ist.

Aluminium- und Kunststoffbeschläge werden kalt verarbeitet und das Aufbrennen, mit dem beim Heißbeschlag kleine Unebenheiten zwischen dem Beschlag und dem Huf ausgeglichen werden (was nicht heißt, dass man den schlampig zubereiteten Huf mit langem Aufbrennen zurechtschmilzt), entfällt.
Dies setzt eine saubere Arbeit am Huf voraus, denn der Huf muss korrekt für den Beschlag vorbereitet werden, damit der Beschlag plan aufliegt. Auch ein kalt gerichtetes Eisen erfordert diese korrekte Arbeit. (Es sollte allerdings auch beim Heißbeschlag selbstverständlich sein, eine korrekte, saubere Arbeit zu verrichten...)

Aluminiumbeschläge
- bestehen aus speziellen Alulegierungen (reines Aluminium nutzt sich zu schnell ab).
- vielen verschiedene Ausführungen und Größen, für unterschiedliche Rassen- und Reitdisziplinen
- mittlerweile auch eine Vielzahl an orthopädischen Beschlägen
- Erschütterung beim Aufprall geringer als beim Eisen
- Gewicht liegt bis zu 70% unter Stahlbeschlag
- bessere Dämpfung gegenüber Eisen
- hohe Abnutzung, geringe Haltbarkeit, hoher Preis

Kunststoffbeschläge
- meist geringes Gewicht
- große Auflagefläche
- gute Stoßdämpfung
- veränderte Gleitphase (je nach Kunststoffmischung)
- Hufmechanismus teilweise möglich (aber verändert gegenüber barhuf!)
- vertikale Beweglichkeit vorhanden
- nicht geeignet für schwere Pferde, vorgeschädigte Hufe, unregelmäßige Hufe, dünne Hufwände
- aufgrund der Flexibiltät des Materials "arbeiten" die Hufnägel in der Hufwand
- bei manchen Beschlägen ist es nicht einfach, den Huf (Strahlbereich) sauber zu halten
- um dem Kunststoffbeschlag Stabilität zu verleihen, besitzen sie im Trachtenbereich einen mehr oder weniger ausgeprägten Steg, der Teile des Strahles zum Tragen bringen soll (?). Diese sorgen aber meist zum Teil zu sehr starken Druckatrophien des Strahles bis hin zu nektrotischen (Absterben einzelner oder mehrerer Zellen) Zerstörungen der Strahllederhaut!
- ein weiterer großer Nachteil der meisten Kunststoffbeschläge ist, dass mit der Abnutzung (Ausdünnung) des Kunststoffmateriales die Beschläge beginnen, sich nach innen in die Sohle zu wölben, was zu einer Weitung des Hufes führt (Spreizung der Hufwand, Überlastung/Schädigung des Hufbeinträgers, Sohlendruck, Sohlen- und Trachtenzwang)
- Die Schäden, die durch unsachgemäßes Anbringen (z.B. Material ausdünnen, um Beschlag an Huf anzupassen, zu starkes Anziehen der Nägel, etc.) eines Kunststoffbeschlages am Huf angerichtet werden, sind nicht zu unterschätzen und leider sehr weit verbreitet!!! Wer hier schlampig arbeitet, misshandelt den Huf und das Pferd - dies gilt besonders für alle "Hobbyhufschmiede", die glauben, es bedürfe keinerlei Sachkenntnis für die Hufbearbeitung sowie das Aufnageln eines "zurechtgestutzten" Kunststoffbeschlages!!!

ein auf den Huf gepfuschter Kunststoffbeschlag und seine Auswirkungen...


Kombinationsbeschläge
- Stahl- oder Aluminiumkern, der mit Kunststoff/Gummi ummantelt ist
- neuere Kombibeschläge besitzen zum Teil nur einzelne Aluminium- oder Stahlsegmente (sogenannte Nagelplatten) - und viele Pferdebesitzer halten diese Modebeschläge für Kunststoffbeschläge...
- verbesserte Stoßdämpfung gegenüber Eisen
- meist sehr hohes Gewicht
- Beschläge sind sehr dick (hoch), was negative Auswirkungen auf die Gliedmaßenführung und -belastung hat (besonders Sehnen, Hufrolle)

Klebebeschläge
- keine Nägel im Huf, Beschlag wird mit Zweikomponentenkleber oder Polyurethankleber (Kunsthorn) am Huf angeklebt
- verschiedene Klebebeschläge und Klebeschuhe auf dem Markt
- geschädigte Hufwände können sich "erholen"
- Gefahr von Fäulnisprozessen (anerobe Bakterien) unter Klebebeschlag
- werden vor Allem zur Korrektur von Fohlenhufen verwendet (orthopädische Klebeschuhe)
- oft bei Rehehufen eingesetzt, da die Erschütterungen des Hufes beim Nageln entfallen (bei akuten Entzündungsreizen kann die Hitze, die viele Kleber beim Binden entwickeln, eine Hufrehe verschlimmern oder bei dünnen Hufwänden Huflederhautentzündungen hervorrufen!)
- bei unsauberer Verarbeitung des Hufes/Beschlages ist Halt des Klebebeschlages eingeschränkt
- Hufe dürfen mehrere Tage vor Beklebung nicht eingefettet werden
- Hufe sollten zwei/drei Tage vor Beklebung trocken gehalten werden
- auf Dauer angewendet, Hornschädigungen durch Kleber
- hoher Preis, kann meist nur einmal verwendet werden
Das Anbringen eines Klebebeschlages setzt ebenso Sachkenntnisse voraus wie das Anbringen eines genagelten Hufschutzes!

©Manu Volk


Kontakt Impressum