Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Hufbeschlag ist keine Erfindung der Natur
Umstellung auf barhuf
Der Huf ist ein biomechanisches, extrem leichtes und flexibles Wunderwerk der Natur, das sich im Laufe von Jahrmillionen nicht nur an das Tragen des Körpergewichtes spezialisiert hat. Die Hufkapsel hält den ständig einwirkenden Belastungseinflüssen stand und schützt die innenliegenden Strukturen vor Fremdkörpern, schädigenden Organismen, Austrocknung und Temperatureinflüssen.

Der Widerstand gegen Abrieb – ständiges Nachwachsen je nach Belastungseinfluss – gehört ebenso zu seinen Aufgaben wie die Stoßdämpfung, die Aufnahme von elastischer Energie und den Erhalt der Blut- und Nährstoffversorgung.
Über den Huf kann das Pferd die jeweiligen Bodenbeschaffenheiten wahrnehmen, damit sich das Pferd auf verschiedenen Untergründen balancieren und stabilisieren kann. Eine Vielzahl sensorische Nerven im Huf sorgen für eine Rückmeldung an das ZNS zur Kontrolle des Gleichgewichts und der Körperhaltung.

Ein Hufbeschlag – egal in welcher Form - ist von der Natur nicht vorgesehen und hat damit einen negativen Einfluss auf alle dieser Funktionen des Hufes und damit auf den gesamten Körper des Pferdes. Die einzige Aufgabe, die ein permanent angebrachter Hufschutz erfüllt, ist der Schutz vor Abrieb. Man sollte sich endlich von dem Gedanken frei machen, dass ein Beschlag „dem Pferd“ hilft.
Eine „Korrektur“ in Form von Korrektur- und orthopädischen Beschlägen existiert nicht, denn ein Beschlag kann nichts „korrigieren“. Das funktioniert nur über eine gute Hufbearbeitung.

Die sinnhaftigkeit dieses "ortho-pädischen" Beschlages (über mehrere Jahre hinweg) wegen "Sehnen-problemen" entzieht sich mir. Eine qualifizierte Hufbearbei-tung, nämlich die unterge-schobenen Trachten, Zwanghuf und die lange Zehe zu korrigierem, wäre hier der richte Ansatz. Kann leider nicht jeder...



Immer noch werden viel zu viele Pferde gedankenlos permanent mit einem Eisenbeschlag versehen, obwohl dieser in keiner Weise nötig wäre.
Leider hört man viel zu oft den Satz: mein Pferd kann nicht barhuf laufen. Jedes Pferd kann barhuf gehen – ob an es allerdings ohne Hufschutz arbeiten/trainieren kann, hängt von den jeweiligen Untergründen ab, auf dem das Pferd genutzt/gehalten wird.

Die Umstellung auf Barhuf
Eine Umstellung auf barhuf ist immer sinnvoll und auch in jedem Alter des Pferdes - selbst nach jahrelangem dauerhaftem Beschlag - möglich. Dem Pferdebesitzer sollte klar sein, dass die Umstellungsphase für jedes Pferd individuell ist. Je größer die Schädigungen der Hufkapsel – und damit sind nicht die äußerlichen durch die Nagellöcher gemeint – umso mehr ist damit zu rechnen, dass das Pferd in der Anfangsphase der Umstellung körperliche Reaktionen zeigt.
Oft ist vielen Pferdebesitzern nicht klar, welch enorme Schädigungen an den inneren Strukturen der Hufkapsel vorhanden sind. Gerade durch einen jahrelangen ununterbrochenen Eisenbeschlag kommt es zu degenerativen Veränderungen der Lederhaut, der Knochenstruktur sowie der Blut- und Nervengefäße. Der Körper und der Huf brauchen daher während der Umstellung auf barhuf ihre Zeit, um sich zu regenerieren. In dieser Phase kann es zu verstärkter Fühligkeit auf unebenen Untergründen und/oder Leistungseinschränkungen des Pferdes kommen.
Der Huf hat eine sehr gute und hohe Regeneration, so dass er recht schnell zu seiner Funktionalität und Belastbarkeit zurückfindet. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine den Huf achtende, fundierte Hufbearbeitung, die den Huf in dem Prozess unterstützt, seine statisch tragende Funktion wieder zu übernehmen und ausüben zu können.
Was an den inneren Strukturen nicht mehr regeneriert werden kann (z.B. Abbau der Knochenstruktur des Hufbeines), wird durch die entsprechende Ausbildung der Hufkapsel (z.B. Ausbildung einer dickeren Hufwand) stabilisiert und ausgeglichen.

Sohlenansicht Hufbein (von einem beschlagenen Huf), starker Knochenabbau am Tragrand des Hufbeines (Zehenbereich), degenerative Veränderungen der Knochensubstanz an den Hufbeinästen und Zubildungen an der Ansatzstelle des Hufbein-Strahlbeinbandes durch jahrelanges "steilstellen"



Die so gefürchtete „Fühligkeit“ des Pferdes nach der Beschlagabnahme ist normal. Die unterschiedlichen Hornsegmente benötigen einige Tage Zeit, um sich wieder in ausreichender Stabilität auszubilden. Auch eventuelles Ausbrechen der Nagellöcher ist normal, kommt bei einer gut balancierenden Hufbearbeitung allerdings nur bei stark vorgeschädigten Hufwänden vor.
Die meisten Schwierigkeiten bei der Umstellung auf barhuf treten nicht durch „zu schwache Hufe“ auf, sondern dadurch, dass die Schädigungen im Inneren durch untergeschobene Trachten, lange Zehen, nicht balancierte Hufe enorm sind. Viele Pferde gehen durch mechanisch bedingte Hebelwirkungen und/oder wegen Spannungen und Verwindungen in der Hufkapsel klamm und fühlig. Der Hufbeschlag hat diese Mängel der bisherigen Hufbearbeitung übertüncht, da der starre Beschlag die Bewegungen der Hufkapsel und den Hufmechanismus einschränkt, verändert oder zum Teil ausschaltet. Zudem ist die Durchblutung des beschlagenen Hufes deutlich herabgesetzt und damit auch die Versorgung der Nerven, die wichtige Rückmeldungen an das ZNS senden würden. Was über längeren Zeitraum durch fehlerhafte Hufbehandlung entstanden ist, braucht eben auch seine Zeit, um wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückzufinden.

Es ist selbstverständlich, dass der Huf nach der Abnahme des Beschlages entsprechend schonend bearbeitet und ausbalanciert wird, um Pferd und Besitzer/in eine guten Start zum „Barhuf gehen“ zu ermöglichen.

Würde sich jeder Hufbearbeiter darauf besinnen, seine Arbeit Huf- und Pferdegerecht auszuüben, wäre der größte Teil von permanent angebrachtem Hufschutz ebenso unnötig wie Lahmheiten, Erkrankungen der Gliedmaßen und hohe Tierarztkosten.

Das wichtigste für eine erfolgreiche Umstellung auf Barhuf (abgesehen von einer Pferdegerechten Hufbearbeitung) ist, dass der/die Besitzer/in sich und dem Pferd die Zeit gibt, die es braucht. Das beinhaltet die Geduld und Akzeptanz für evtl. kurzfristige Leistungseinschränkungen. Ein temporärer Hufschutz (Hufschuhe) können dabei helfen, diese Zeit zu überbrücken.
Und das man sich nicht von Besserwissern und Dummschwätzern in der Stallgasse einschüchtern, panisch machen oder verunsichern lässt. Wir alle kennen ja leider das Phänomen, dass viele sich ungefragt dazu berufen fühlen, ihr oberflächliches, angelesenes Wissen loszuwerden.


©Manu Volk



Absolventen Institut für Hufbalance

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