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Die Vordergliedmaße
Die hauptsächliche Bewegungsmöglichkeit der Gelenke der vorderen Gliedmaße sind Beugen und Strecken. Die Gelenke der unteren Vorhand besitzen starke Bänder, die die Vorhand stabilisieren und die seitlichen Bewegungen weitestgehend einschränken. Die Vorderbeine dienen der Unterstützung (sie tragen 55-60% des Körpergewichtes) und dienen der Koordination und Balance des Pferdes.

Die Vordergliedmaße besitzt keine direkte Knochenverbindung zum Skelett, sondern wird ausschließlich durch Bänder, Sehnenplatten und Muskeln (Synasrkose) am Rumpf fixiert. Der Rumpf ist quasi zwischen den beiden Schulterblättern durch den fächerartigen M. serratus ventralis medial elastisch aufgehängt und kann durch diese sehnig-muskulöse „Hängematte“ optimal gefedert schwingen.

Der Schultergürtel besteht nur aus Muskeln, Sehnen und Bändern. Diese Strukturen verbinden Schulter, Ober- und Unterarm mit dem Rumpf, Hals und dem Kopf des Pferdes. Das Schlüsselbein bildete sich bis auf den bindegewebigen Schlüsselbeinstreifen zurück. Es besteht also keine Verbindung zwischen Brustbein und Schultergelenk wie beim Menschen, da sie die Stoßdämpfung nur stören würde.

Das Schulterblatt (Skapula) ist ein großer, annähernd dreieckiger platter Knochen, der zur Rumpfseite leicht konkav gewölbt ist, damit es über die Rippen gleiten kann. Zum Widerrist hin befindet sich der halbmondförmige Schulterblattknorpel, der das Gleiten unterstützt. Er erstreckt sich fast bis zum Widerrist hoch. Das Schulterblatt kann nach unten, oben, schräg nach vorne und schräg nach hinten gleiten und sich leicht drehen. Der Schulterblattknorpel und die Schulterblattgräte bieten große Ansatzflächen für Muskeln.

Das Schultergelenk (Buggelenk) wird von den Gelenkflächen von Schulterblatt und Oberarmknochen gebildet. Es ist ein Kugelgelenk, das allerdings durch stark sehnig durchsetzte seitliche Muskeln in seinen Seitwärts- und Drehbewegungen eingeschränkt wird; es sind vorwiegend Beugung und Streckung möglich. Dadurch wurde eine stabile und große Bewegungsfreiheit gewonnen, die eine raumgreifende Fortbewegung ermöglichen. Die Einzigartigkeit des Schultergelenks besteht darin, dass die stabilisierenden Muskeln mit ihren sehnigen Ansätzen die Hauptstützfunktion anstelle von Bändern übernehmen.


Der Oberarmknochen (Humerus) ist ein kurzer, kräftiger Röhrenknochen und einer der stärksten Knochen im Pferdekörper. Er verläuft in einem Winkel von ca. 55° zum Ellbogen, wo er mit Elle und Speiche das Ellbogengelenk bildet.

Das Ellbogengelenk ist ein Scharniergelenk, dessen Bewegung von fünf Muskeln ausgeführt wird. Es wird von der Gelenkfläche des Oberarm- und Unterarmknochen gebildet. Die komplette Streckung des Ellbogengelenks nach hinten wird vom Ellbogenhöcker verhindert, was eine optimale Federung des Gelenks ermöglicht.


Der Unterarm besteht aus Elle (Ulna) und Speiche (Radius), die miteinander verwachsen sind. Eine Drehbewegung des Unterarmes wie beim Menschen ist daher nicht möglich, was dafür eine Energieersparnis und eine größere Stabilität bringt. Der Ellbogenhöcker ist mit dem Endstück der Elle verwachsen; er steht über das Ellbogengelenk hinaus und bildet einen Hebel für die Streckmuskeln des Ellbogens.


Das Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) kann man mit dem menschlichen Handgelenk vergleichen. Es verbindet den Unterarmknochen mit dem Röhrbein und besteht aus zwei Knochenreihen und drei Gelenken.

Die Knochenreihen bestehen aus sechs würfelförmigen kleinen Knochen und dem Erbsenbein.

Die obere Knochenreihe bildet mit dem Unterarmknochen (Radius) das Radiokarpalgelenk. Es lässt eine Beugung von fast 95° zu.
Die obere Knochenreihe (drei Knochen und Erbsenbein) bildet mit der unteren das Interkarpalgelenk, das eine Beugung von ca. 45° ermöglicht.

Die untere Knochenreihe bildet mit dem Röhrbein das straffe Karpometakarpalgelenk, welches nahezu unbeweglich ist.
Das Erbsenbein verhindert, dass das Karpalgelenk zu viel Beugung bekommt. Das Karpalgelenk wird durch seitliche starke Bänder gestützt, die gleichzeitig Seitenbewegungen verhindern.
Die Knöchelchen der Knochenreihe können sich geringfügig verschieben, was zur Stoßdämpfung beiträgt. Die Karpalknochen sind gelenkig miteinander verbunden und werden von elastischen Bändern und der Gelenkkapsel unterstützt.


©Manu Volk


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