Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Vorbild Mustanghuf
Die Merkmale eines gesunden Mustanghufes
Es handelt sich beim NHC/Natural Hoof Balance keineswegs um völlig neue Theorien - in Amerika wird NHC/Natural Balance Hoof Care (Ovnicek) bereits seit Mitte der 80er Jahre angewandt. Man machte sich über wissenschaftliche Studien das Wissen um die Funktionalität und Leistungsfähigkeit des Hufes und seiner inneren Strukturen zunutze und kombinierte es mit den Forschungsergebnissen, die man an den natürlichen Hufen freilebender Pferde (Mustangs) erzielte (Gene Ovnicek/Robert Bowker/Barbara Page).


Das Pferd ist ein Steppenbewohner und es verbringt 12 bis 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme. Dabei werden 8-12 km, in trockenen Regionen sogar bis zu 30 km und mehr am Tag zurückgelegt. Temperaturschwankungen von extremer Hitze bis zu großer Kälte sind oft keine Seltenheit.
Auf diesen Lebensraum hat sich das Pferd derart spezialisiert, dass es darin sehr gut lebt und überlebt, und es braucht alle diese Reize, um gesund zu bleiben. Der Pferdehuf ist ein Meisterwerk der Natur - geschaffen für die gewaltigen mechanischen Anforderungen, die ein natürliches Leben mit sich bringen.
Das Vorbild des Natural Hoof Balance ist deshalb der leistungsfähige Naturhuf eines wild lebenden Pferdes.


Die Merkmale eines gesunden, leistungsfähigen Naturhufes:

Die Hufwand verläuft gerade und eben von der Haarlinie bis zum Boden.

Die Zehenlänge beträgt zwischen 5-8 cm. Der Zehenwinkel beträgt zwischen 50-60°, wobei die Hinterhufe meist steiler sind als die Vorderhufe.

Die Zehen-, Seiten- und Trachtenwand besitzen einen gleichmäßigen Verlauf der Wanddicke (Zehenwand leicht dicker). Die weiße Linie ist fest und dicht.

Die Sohlenwölbung ist konkav von der weißen Linie bis zum Strahl. Die tiefste Stelle der Sohlenwölbung liegt vor der Strahlspitze.

Die Sohle ist dick, schwielig, zäh und schmerzfrei. Die Sohlendicke beträgt je nach Hufgröße und Lebensraum zwischen ca. 1,5 und 2,5 cm.

Der Strahl ist flach, trocken und ledern. Die breiteste Stelle (Basis) des Strahles ist höhengleich mit den Trachten.

Die Höhe der Trachten liegt zwischen 1-3 cm.

Die Eckstreben verlaufen von der Trachte bis zur Mitte des Strahles. Sie sind nur minimal höher als die Sohle oder haben die Höhe des Sohlenniveaus.

Das Hufbein sitzt hoch in der Hornkapsel.

Das Ballenpolster ist gut entwickelt.

Bei Geröllboden sind die Seitenwände oftmals ausgehöhlt (Seitenwandsenke). Die Trachten sind etwas höher (sie sinken in den Geröllboden ein) und wirken durch den starken Abschliff bei der Trachtenlandung untergeschoben.

Die Hufwände sind berundet – der sogenannte „Mustang Roll“.


Gene Ovnicek erkannte bereits Anfang der 80er Jahre während seiner Studien an wilden Mustangs, dass die Umwelt einen großen Einfluss auf die Hufe hat. Bei seinem „Natural Balance Hoof Care“ macht er sich die Fähigkeiten der Hufkapsel, sich an viele verschiedenartige Belastungsverhältnisse anzupassen, schon lange zunutze.

Studien aus der neueren Zeit (Chris Pollit/Brain Hampson) über die Hufe wild lebender Brumbies in Australien zeigten ebenfalls die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit des Hufes. Es wurde nachgewiesen, dass der Huf von den unterschiedlichen Umgebungen und Bodenverhältnissen der bewohnten Umwelt beeinflusst wird. Die zurückgelegten Entfernungen zum Erreichen der Futterplätze und Wasserstellen haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung und die Gesundheit des Hufes.
Die Art des Untergrundes auf dem die Pferde laufen, hat dabei die größten Impulse auf die Hufe. Harter, schmiergelnder Untergrund hat eine schnellere Abriebrate wie ein weicher, weniger abriebintensiver Boden. Bei härteren Böden besteht bei den meisten Hufen ein Gleichgewicht zwischen Abrieb und Wachstum. In weichem/feuchtem Untergrund ist das Wachstum höher als der Abrieb. Die Hufwände werden hier lang und biegen sich auf, um dann irgendwann abzubrechen.
Auch die stoßdämpfenden bzw. –fördernden Eigenschaften des Untergrundes haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Hufgesundheit. In den Studien zeigten die Brumbies, die lange Wegstrecken (35 km und mehr) auf harten Böden zurücklegen mussten, zum Teil pathologische Befunde, die für Stoßverletzungen des Hufes typisch sind (übermäßig starker Abrieb der Hufwände, Belastungsrehe, Hufknorpelverknöcherungen). Diese Pferde mussten weite Entfernungen zu den Futter- und Wasserstellen zurücklegen, um überleben zu können. Lebten die Pferde hingegen in einem Gebiet mit eher weichem Boden und großem Futter- und Wasserangebot, legten sie kaum große Wegstrecken zurück. Es mangelte an ausreichendem Abrieb des Hufes und in Zeiten großen Überflusses an Nahrung sind schwere Hufrehen auch in der freien Wildbahn nicht selten.


Alle wissenschaftlichen Studien zeigten, dass der für das Pferd beste und funktionalste Huf von der Umgebung, der Bewegung und der Fütterung abhängig ist! Der Huf verändert sich jeweils in Folge von Umwelteinflüssen. Er reagiert auf Belastungs- und Bewegungsreize, die neben der Ernährung einen großen Einfluss auf sein Wachstum, seine Entwicklung und seine Gesundheit haben. Boxenhaltung, Bewegungsmangel, Reizarmut und fehlerhafte Nährstoffversorgung haben daher einen eher negativen Einfluss auf den Huf.

Die Herausforderung für den Pferdebesitzer ist es, eine möglichst passende Haltungsbedingung für das Pferd zu finden.

Bei der Hufbearbeitung nach Natural Hoof Balance wird durch regelmäßiges Trimmen die natürliche und gesunde Abnutzung des Hufes imitiert, die ihm durch mangelnde Bewegung fehlt. Das Ziel der Hufbearbeitung ist es, den Huf zu seiner natürlichen Form, Gesundheit, Funktionalität und Leistungsfähigkeit zu bringen und diese zu erhalten. Deformierte und fehlgestellte Hufe werden dabei schonend in ihre natürliche Balance zurückgeführt. Ebenso werden dadurch entstandene Gliedmaßenfehlstellungen und – fehlbelastungen korrigiert. Der Pferdekörper kann sich nur im Gleichgewicht befinden, wenn auch die Hufe balanciert sind. Somit stehen das ganze Pferd, sein Bewegungsablauf und seine körperliche Gesundheit bei der Bearbeitung im Mittelpunkt. Durch die schonende Hufbearbeitung bleibt das Pferd komfortabel und seine Selbstheilungskräfte werden angeregt.


©Manu Volk


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