Der Weg zum natürlich gesunden und leistungsstarken Huf
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Die Sohle
Die Sohle eines gesunden Hufes ist dick, schwielig, zäh und schmerzfrei. Die Sohlendicke beträgt je nach Hufgröße zwischen 1,5 und 2,5 cm.

Die Sohlenwölbung ist konkav von der weißen Linie bis zum Strahl. Die tiefste Stelle liegt vor der Strahlspitze.


Die Sohle ist der wichtigste Führer bei der Hufbearbeitung! Die gesunde glatte (lebende) Sohle wird nicht berührt! Nur loses Material, das sich mit einem sanft geführten Messer entfernen (”abkratzen”) lässt, wird entfernt.

Fehlt die nötige Abnützung (mangelnde Bewegung/ Abrieb, zu hoher Wandüberstand), stapelt sich das bröselnde Zerfallshorn in einem losen und rottigem Material.

Alles, was lose ist oder faul, sollte entfernt werden. Gerade für ein Reitpferd ist es sehr wichtig, dass niemals bis auf die lebende Sohle geschnitten wird!

Eine gewölbte harte Sohle ist von der Natur für das Pferd vorgesehen und wichtig, da sie eine Voraussetzung für den Hufmechanismus ist. Das „einschnitzen“ einer nicht vorhandenen Sohlenwölbung (wie im Bild unten) ist ebenso zu unterlassen wie das Ausschneiden wegen des „schöneren und sauberen“ Aussehens!

Jeder Eingriff (Einschnitt), der die Sohlenwölbung durch zurechtschneiden beeinflussen soll, wird weder die Hornqualität noch die Bildung einer natürlichen Wölbung erreichen, sondern dem Pferd mehr oder weniger (je nachdem, wie tief man schneidet) Schmerzen zufügen. Das beraspeln/beschneiden der Sohle im Zehenbereich ist einer der gravierendsten und üblichsten Fehler durch Hufbearbeiter; genauso, wie die Sohle an den Trachten und den Strahlfurchen auszuschnitzen.

Dabei wird die Sohle nur unnötig ausgedünnt, das Pferd erfährt Schmerzen und geht fühlig!

Mit zunehmender Hufgesundheit bildet sich die natürliche Sohlenwölbung durch regelmäßigen Abrieb (regelmäßige Hufbearbeitung) und ausreichende Bewegung auf geeignetem Boden selbstständig aus. Der Hufexperte unterstützt dies, indem er eine tragfähige und gut balancierte Hufkapsel fördert und erhält. Durch das Herstellen der richtigen Auflagefläche der Trachten und des Strahles wird der Druck auf den vorderen Hufbereich minimiert und eine bessere Durchblutung gefördert. Die Hufwand darf nicht ausgedünnt werden, da die Hufkapsel sonst ihre Stabilität verliert und die Sohle zu viel Druck erhalten würde. Ein zu stark angebrachter Mustang-Roll dünnt den Tragrand aus und schwächt ihn, so dass die Pferde gezwungen werden, Gewicht mit der Sohle zu tragen.



Die flache, dünne Sohle tritt meist im Zusammenhang mit einer geschwächten oder geschädigten Hufbeinträger-Verbindung auf.

Querschnitt Hufkapsel mit flacher, dünner Sohle:

Die betroffenen Pferde gehen auch während der Rehabilitationsphase fühlig und klamm. Das Pferd sollte auf keinen Fall ohne einen Hufschutz/Hufschuh gearbeitet und geritten werden. Im Hufschuh sollte nach Möglichkeit eine Einlage/Pad verwendet werden oder man nutzt den Equine Fusion Jogging Shoe, der einen positiven Effekt auf den Huf hat.

Der Huf muss balanciert durchwachsen, damit die Hufkapsel sich stabilisieren und der Hufbeinträger sich regenerieren kann, und nur so können das Hufbein und die inneren Strukturen wieder höher kommen.

Eine stark aufgewölbte Sohle (Sohlenzwang) entsteht durch überlange Trachten und Eckstreben, die die Sohle nach innen in die Hufkapsel drücken. Auch überlange Ausschneide-/Beschlagsperioden und Hufbeschlag sorgen durch einen hohen Wandüberstand dafür, dass die Sohle nach innen gehebelt wird.


Hornwülste, die sich auf der Sohle bilden, dienen meist als Schutzmaßnahme des Hufes, damit die Sohle nicht zu sehr abflacht. Sie sind ein Hinweis auf eine nicht optimal balancierte und funktionelle Hufkapsel oder zu langen Wandüberstand.

An manchen Hufen ist das Eckstrebenhorn regelrecht mit dem Sohlenhorn verschmolzen.

Bei einer nach vorne gezogene Hufkapsel mit stark untergeschobenen Trachten, bei einem geschwächten Hufbeinträger und/oder einer abgesunkenen flachen Sohle dient das härtere Eckstrebenhorn als zusätzlicher Schutz der Sohle und/oder zur Stabilisierung der Hufkapsel.
Dieser „zusätzliche“ Schutz kann allerdings auch Druck auf eine schwache Sohle und die darunter liegende Sohlenlederhaut ausüben. Es ist ebenfalls wieder wichtig, für eine gute Hufbalance zu sorgen.
Mit zunehmender Stabilisierung und Funktionalität des Hufes bildet sich das Eckstrebenhorn selbstständig zurück und eine natürliche Sohlenwölbung bildet sich.

Bei Pferden, die viel auf harten Böden wie Asphalt und Pflaster laufen, kann es sein, dass sich das Eckstrebenhorn immer wieder über die Sohle legt, um diese zusätzlich zu schützen.

Eine doppelte Sohle bildet sich meist bei überlangen Ausschneide- und Beschlagsperioden, vernachlässigten Hufen oder bei stark geschädigten und instabilen Hufen.

Entstand die doppelte Sohle durch mangelnde bis gar keine Abnutzung, sitzt sie meist sehr lose und kann mit dem Hufmesser oder dem Nipper (Hufschneidezange) entfernt werden.


Eine „fest verbackene“ doppelte Sohle (meist über die Sohle gewachsenes Eckstrebenhorn) dient meist dem Schutz und der Stabilisierung einer nach vorne gezogenen Hufkapsel mit stark untergeschobenen Trachten. Meist ist die darunter befindliche Sohle schwach und dünn ausgeprägt, da die Durchblutung der Sohlenlederhaut herabgesetzt ist.
Es ist eine tragfähige und balancierte Hufkapsel herzustellen, damit der Huf sich rehabilitieren kann.
Wenn der Schutz nicht mehr nötig ist, wird sich die doppelte Sohle selbstständig zurückbilden und eine natürliche Sohlenwölbung entsteht.


Die Sohlenschwiele bietet der Hufbeinspitze Schutz und Unterstützung und darf nicht entfernt werden! Bei einem natürlich gesunden Huf ist die Sohlenschwiele der Abrollpunkt des Hufes. Wenn die Sohle nicht beschnitten und der Abrollpunkt einer nicht balancierten Hufkapsel durch eine gut angebrachte Zehenrichtung gefördert wird, bildet die Sohlenschwiele sich selbstständig aus.


©Manu Volk


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